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Elefantenreiten in Thailand – meine Geschichte

elefant
@pixabay RoryCurrin

Thailand, Sri Lanka, Nepal, Indien – all diese Länder haben eines gemeinsam: sie verdienen viel Geld, sehr viel Geld mit Elefanten. Und das nicht etwa durch den Verkauf der Elefanten oder dergleichen, sondern durch den brutalen Gebrauch der Elefanten für den Tourismus.

In diesem Beitrag werde ich nicht über die wunderschöne und heile Welt berichten. Es wird nicht darum gehen, wie toll unser Urlaub war. Und ich werde auch nicht darüber berichten, was es bei einer Asienreise zu beachten gibt. Zumindest nicht in dem Sinne, was du einpacken oder ob du ein Visum beantragen musst.

In diesem Beitrag möchte ich darauf hinweisen, wie heftig die Elefanten nur für die Touristen gequält. Wie sehr die Elefanten unter den Touristen leiden und wie diese dressiert werden.

Ich sollte diesem Artikel auch eine Altersbegrenzung geben, denn ich werde hier kein Blatt vor den Mund nehmen. Und das was ich berichten werde, ist nichts für schwache Nerven. Aber vielleicht ist es auch gerade gut, wenn Jüngere dies lesen und schon im jungen Alter für diese schreckliche Tat sensibilisiert werden.

Elefanten in Thailand

Wie ich zu diesem Beitrag komme

Warum ich diesen Beitrag schreibe? Wir waren in Thailand und haben dort unseren Herbsturlaub verbracht. Es war eine wunderschöne Zeit und ein traumhaft schöner Urlaub. Und in diesem Urlaub haben wir an einer Nationalpark Tour teilgenommen. Um genauer zu sein an einer Khao Sok Nationalpark Tour. Diese beinhaltete neben einer Bambusfloss-Flussfahrt und anderen tollen Sachen auch das Elefantenreiten. Da das eines meiner Ziele auf meiner Bucketliste ist, passte es natürlich perfekt. Ich bin früher, als Kind schon mal in einem Freizeitpark auf einem Elefanten geritten, aber ich wollte unbedingt auch mal auf einem durch den Dschungel reiten. Und das haben wir dann auch gemacht.

Und aus diesem Grund schreibe ich diesen Bericht. Ich habe hier wirklich sehr viel Zeit und Recherchearbeit hineingesteckt. Aber davon mal ganz abgesehen, möchte ich, dass so viele Menschen wie möglich von dieser abscheulichen Tierquälerei erfahren und an diesen Touren nicht teilnehmen.

Deswegen meine Bitte:

Lies diesen Beitrag bis zum Ende durch und teile ihn mit deinen Kontakten, damit möglichst viele Menschen über diese schreckliche Tat Bescheid wissen und dies nicht unterstützen!

Eindrücke vom Elefantencamp

Wir sind in das Elefantencamp herein gefahren und links und rechts standen schon die Elefanten. Die Vorfreude stieg, aber gleichzeitig überkam mich auch ein komisches Gefühl. Irgendwie sahen die Elefanten nicht so glücklich aus, wie auf den Fotos immer dargestellt.

Und dann fuhren wir an einem kleinen Elefanten vorbei. Dieser schien sehr unruhig zu sein und bewegte sich die ganze Zeit hin und her. Dieses seltsame Verhalten nahm sogar meine Tochter wahr. Auf die Frage, warum der kleine Elefant sich die ganze Zeit hin und her bewegt wusste ich allerdings keine richtige Antwort.

Elefanten in Thailand

Als wir dann im „Zentrum“ des Camps ankamen, konnten wir in einem Fluss sehen, wie ein Paar einen Elefanten badete. Das Tier schien Gefallen daran zu haben und das Paar noch mehr.

Und dann wurde auch schon unser Elefant heran geführt. Über einen Podest stiegen wir auf das riesige Tier herauf.

Meine Tochter und ich setzten uns in den Sitz auf dem Rücken und mein Freund auf den Kopf des Elefanten, da auf dem Sitz sonst zu wenig Platz war. Und schon ging unser Ausritt los.

Auf dem Rücken des Elefanten durch den Dschungel

Diese Überschrift dürfte sich für die Meisten traumhaft anhören. Die Natur war auch wirklich sehr schön. Überall standen Palmen und durch diese schlängelte sich ein Fluss. Unser Elefant ging sehr vorsichtig und wählte jeden Schritt behutsam aus.

Auf einmal nahm ich den Stock mit dem spitzen Haken in der Hand des Elefantenpflegers (auch Mahout genannt) wahr. Und mich überkam sofort ein sehr ungutes Gefühl. Denn mein Gedanke war, dass wenn der Mann mit so einem Werkzeug hier neben dem Elefanten gehen muss, dann kann das alles irgendwie nicht so ganz richtig sein.

Nach einiger Zeit tauschten mein Freund und ich die Plätze und ich setzte mich auf den Kopf des Elefanten.

Und ab diesem Punkt drehten sich meine Gedanken nur noch um den Elefanten. Denn der Kopf fühlte sich weich an. Ein bisschen borstig durch die Haare, aber die Haut selbst fühlte sich weich an. Damit hatte ich nicht gerechnet – werden die Elefanten doch immer als Dickhäuter bezeichnet.

Und dann sah ich auch die Wunden. Sie sahen aus wie Brandnarben. So als wenn wir Menschen uns an einer Zigarette verbrennen, nur größer. Die Vorstellung, dass unser Elefant mit Feuer zu unserem Vergnügen erzogen wurde, fing an immer mehr zu schmerzen.

Die Elefanten leiden unter dem „Touri-Spaß“

Jedes Mal, wenn unser Elefant kurz anhalten wollte, um etwas zu fressen, kam sofort der Pfleger an und drohte mit dem Stock oder stupste in Richtung der Beine des Elefanten. Ich habe nicht gesehen, dass er ihn verletzt hat, aber alleine diese Drohung sagte schon alles. Was muss der Elefant für eine Angst vor diesem Stock gehabt haben…

Meine Gedanken kreisten und kreisten und wollten gar nicht mehr aufhören.

Wir machten Fotos und auch Videos. Ich versuchte zu lächeln, aber in Gedanken tat mir dieser Elefant einfach nur unglaublich Leid.

Und als wir endlich wieder zurück gingen, war ich sehr erleichtert darüber.

Im Camp angekommen, konnten wir für kleines Geld Ananas kaufen und unseren Elefanten füttern.

Elefanten in Thailand

Ich schaute dem Elefanten in die Augen und da sah ich diesen ganzen Schmerz. Tränen liefen dem Elefanten aus dem Auge herunter. Und nein, ich habe es mir nicht eingebildet. Als der Pfleger sah, dass ich dies wahrnahm, strich er sofort über die Augen des Elefanten, wischte die Tränen weg und lachte dabei nur. Ich wollte den Elefanten streicheln, aber hatte instinktiv das Gefühl, dass er es nicht haben möchte.

Also gab ich ihm nur die Ananas. Und hoffte, dass er merkte, dass es mir so unglaublich leid tut.

Unangenehme Fragen werden schnippisch beantwortet

Auf meine Nachfrage, ob ich auch mal zu den anderen Elefanten gehen könnte, wurde eher unfreundlich und unzufrieden reagiert. Das gefiel denen überhaupt nicht. So wurde mir nur mitgeteilt, dass wir mit dem Auto dort lang fahren und kurz anhalten können.

Elefanten in Thailand

Und das machten wir auch. Als wir anhielten stieg ich einfach aus. Ich glaube, dass dies nicht so angedacht war, aber mir war das in dem Moment vollkommen egal. Ich schaute mir die Tiere genau an. Und wir gingen auch zu dem kleinen Elefanten, von welchem ich zu Anfang berichtete. Und jetzt konnten wir auch sehen, warum dieser so unruhig war: Er war an einer kurzen Kette fest gekettet, konnte sich kaum bewegen und hatte auch noch den Sitz auf seinem Rücken, um sich schon mal an diesen zu gewöhnen.

Zurück im Auto fragte der Mann eines Pärchens (welches mit uns dieselbe Tour machte) ob schon mal ein Elefant gestorben sei. Dies war ebenfalls eine unangenehme Frage für unseren Guide und er reagierte sehr schnippisch und mit dem Satz, dass so etwas wohl noch nie gefragt wurde. Dazu sagte er noch, dass die Menschen hier hinkommen, um Spaß zu haben und nicht um über den Tot zu reden.

Meine Recherche zum Elefantenreiten

Nach unserer Tour ließen mich die ganzen Gedanken nicht in Ruhe. Und so recherchierte ich im Hotel angekommen nach den Elefanten Trainings. Ein Video fand ich besonders grausam und dabei kamen mir richtig die Tränen.

Wie können Menschen so etwas grausames tun???

Wie du in dem Video sehen kannst, wird einem kleinen Elefanten mit dem Haken auf dem Kopf eingeschlagen, bis er blutet.

Als ich auf dem Elefanten oben saß, konnte ich fühlen, wie weich die Haut dort ist. Und zu sagen „dass der Elefant die Bestrafung nicht verspürt“ finde ich total absurd.

Ich finde sowas einfach nur grausam. Und die Menschen, die so etwas tun, besitzen in meinen Augen keinerlei Empathie und Gefühle.

Während meiner Recherche habe ich auch herausgefunden, dass wilde Elefanten gejagt werden. Insbesondere die jungen Elefanten und sie werden dadurch ganz früh der Mutter entrissen. Das liegt einfach daran, dass junge Elefanten noch sehr leicht geformt und deren Willen super einfach gebrochen werden kann.

Was aber noch dazu kommt ist, dass die anderen Elefanten (die Muttertiere der Herde) einfach getötet werden, da diese sich sonst auf die Suche nach dem jungen Elefanten machen würden und somit eine Bedrohung für die Zivilisation darstellen würden.

Meine Meinung zur Elefantenhaltung und zum Elefantenreiten

Auch wenn ich diese ganzen Trainings schrecklich finde, sehe ich das Thema der Elefantenhaltung und der Boykottierung ein wenig Zwiegespalten. Ich bin der Meinung, dass es nicht sein darf, dass die Elefanten nur zur Belustigung und Bespaßung der Touristen so extrem gequält werden. Wenn Elefanten schon von einem Menschen gehalten werden, dann sollte dies wenigstens weitestgehend Artgerecht geschehen. Beispielsweise dass sie nicht so qualvoll misshandelt werden, dass sie genügend Auslauf und Nahrung haben, dass sie nicht ständig in der Sonne sind, sondern sich auch im Schatten ausruhen können und vor allem, dass sie nicht angekettet sind.

Aber wo ich total dagegen bin ist das ganze Tourismusgeschäft mit den Elefanten!!!

Ich werde nicht nochmal auf einem Elefanten reiten! Das steht schon mal fest. Aber so eine Boykottierung zieht auch Nachteile mit sich. Denn wenn das Elefantenreiten boykottiert wird, dann sind die Mahouts und die Elefanten arbeitslos und die Elefanten liegen den Mahouts extrem auf der Tasche. Da finde ich den Ansatz, welchen TUI verfolgt sehr gut. TUI hatte zuerst alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Elefantenreiten aus dem Programm gestrichen, dann aber festgestellt, dass sie damit nicht den Elefanten helfen. Jetzt hat TUI beschlossen, dass sie vor Ort aufklären und bei der Entwicklung einer artgerechten Haltung helfen und unterstützen möchte.

Tolle Alternative: Elefantenauffangstationen

Es gibt einige Auffangstationen, in welchen die Elefanten liebevoll behandelt werden. Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Artgerechte Haltung handelt (denn Elefanten sind Wildtiere und würden niemals einfach so einen Menschen an sich heran lassen) finde ich, dass dies die beste Alternative ist, um einem Elefanten möglichst nah zu kommen. Aber auch bei diesen Elefantenauffangstationen sollte aufgepasst werden. Denn mittlerweile sind die Menschen dahinter gekommen, dass immer mehr Touristen von diesem grausamen Geschäft Abstand nehmen und deklarieren dieses nun als „Auffangstation“. Dort werden die Elefanten aber trotzdem weiterhin schlecht behandelt.

Folgende Auffangstationen kümmern sich sehr gut um Elefanten:

Fazit

Auch wenn ich mittlerweile total gegen das Elefantenreiten bin, war es doch eine Erfahrung, welche vor allem mich stark geprägt und sensibilisiert hat. Dazu kommt noch, dass ich diese Erfahrung jetzt mit dir teilen und so hoffentlich etwas bewegen kann.  Was ich besonders schön fand, waren die Gespräche welche ich anschließend mit meiner Tochter über das Thema geführt habe. Dadurch ist auch sie schon in ihren jungen Jahren auf diese abscheuliche Tat aufmerksam geworden und ich konnte sie bereits jetzt schon ein wenig sensibilisieren.

Ich freue mich über jeden Kommentar und hoffe, dass du diesen Beitrag fließig teilst.

Liebe Grüße,

Julia


Elefantenreiten ist…

… brutalste Tierquälerei
… ein hochprofitables Geschäft in Thailand
… ein Leben an Ketten für Elefanten

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2 Kommentare

Lisa 7. Februar 2019 at 18:52

Interessanter Beitrag, danke! Ich plane eine Reise nach Thailand und würde gerne Elefanten sehen.

Antwort
Julia 7. Februar 2019 at 20:02

Vielen Dank, für Deinen Kommentar. 🙂
Elefanten sind wunderschöne Tiere und auch ein Treffen mit ihnen ist einfach nur unglaublich und unbedingt etwas, was Du erleben solltest.
Allerdings ist das Reiten auf Elefanten tatsächlich eine Qual für die. Aber es gibt einige Auffangsstationen (welche ich auch im Beitrag genannt habe) wo misshandelte Elefanten liebevoll behandelt und gepflegt werden.
Das ist auch eine schöne Alternative, um diesen wunderschönen Riesen näher zu kommen.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein tolles Erlebnis und einen tollen Urlaub.
Liebe Grüße,
Julia

Antwort

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