Höllental

Die Zugspitze. Der höchste Punkt Deutschlands. Und diesen habe ich zum zweiten Mal bestiegen. Was mich dort erwartet hat und wie ich die Tour fand, erfährst du im heutigen Blogpost.

Die Zugspitze durch das Höllental

Der höchste Punkt Deutschlands liegt bei 2.962 Metern.
Auf verschiedenen Wegen gelangt man zu diesem Punkt, einer davon ist das Höllental. Bereits im letzten Jahr haben wir die Zugspitze über das Österreichische Schneekar und den Stopselzieher bestiegen und dieses Jahr war dann das Höllental dran.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich letztes Jahr diejenige war, die gesagt hat, dass „ich niemals diesen Weg lang gehen werde“ und „das ist ja reiner Selbstmord“.
Tja, das sagte ich letztes Jahr. Frei nach dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ entschieden wir, dass wir dieses Jahr eine neue Herausforderung brauchen und die Zugspitze auch durch das Höllental besteigen werden.

Zugspitze Höllental Gipfelkreuz

Vorbereitung ist die halbe Besteigung

Und genau wie im letzten Jahr, informierte ich mich auch dieses Mal ausgiebig über die Besteigung der Zugspitze durch das Höllental.
Dabei stellte ich mir Fragen wie „Was muss ich dringend beachten“, „Kann es Schwierigkeiten geben?“, „Gibt es irgendwelche Schlüsselstellen?“, „Auf was muss ich mich gezielt vorbereiten?“, usw.
Für meine Recherche nutzte ich natürlich das Internet und das Buch „In 7 Schritten auf die Zugspitze*“, welches ich dir hier bereits vorgestellt habe. Und natürlich durfte auch der entsprechende Beitrag der Seite www.auf-die-zugspitze-wandern.info nicht fehlen.
Schnell stellte ich fest, dass das Höllental eine ganz andere Herausforderung werden wird. Und trotzdem kann ich im Nachhinein sagen, dass ich es doch maßlos unterschätzt hatte.
Aber bevor ich groß drum herum rede, fange ich am Besten einfach mit der Tour an.

In 7 Schritten auf die Zugspitze

Der Morgen der Zugspitzenbesteigung

Samstag morgen, 5:00 Uhr. Wir sitzen am Tisch in unserer schönen kleinen Ferienwohnung und frühstücken im Halbschlaf. Wir sind nämlich am Freitag aufgrund jeder Menge Stau erst ziemlich spät in Garmisch-Partenkirchen angekommen und dementsprechend eigentlich auch noch ganz schön müde. Aber die Aufregung und Vorfreude, auf die bevorstehende Tour lassen uns gut gelaunt in den Tag starten.
Die Tage zuvor bestanden aus arbeiten und auf das Wochenende und vor allem die Tour durch das Höllental vorbereiten.
Zahlreiche Gedanken fliegen durch meinen Kopf. Ob wir auch an alles gedacht und alles eingepackt haben. Haben wir die Steigeisen mit? Die brauchen wir unbedingt für den Gletscher. Der Gletscher. Oh man, alleine der Gedanke daran lässt meine Knie weich werden. Wie gut dass mein Freund da einen kühlen Kopf bewahrt. Er ist in solchen Situationen immer mein Ruhepol.

Start in Hammersbach

Aber wir haben sowieso nicht viel Zeit und machen uns gegen 05:30 Uhr auf in Richtung Hammersbach. Dort ist nämlich ein Parkplatz, welcher sich hervorragend als Startpunkt für die Zugspitzbesteigung durch das Höllental eignet.
Hoch motiviert geht es mit ein paar anderen Bergsteigern vorbei an einem Fluss, auf einem stetig ansteigenden Waldweg. Nach einigen Metern frage ich mich schon, wie lange es noch dauert und muss gleichzeitig schmunzelnd an meine Tochter denken, die wahrscheinlich auch nach jedem Schritt gefragt hätte, wie lange es noch dauert.

Höllentalklamm

Die Höllentalklamm

Nach einer guten Stunde im dunkeln, kommen wir in der Höllentalklamm an. Entgegen der Angaben im Internet (dort steht nämlich, dass die Höllentalklamm erst um 8 Uhr öffnet) mussten wir dort auch schon direkt den Eintritt von 4,00 € pro Person bezahlen. Auf meine Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass die Höllentalklamm bereits um 6 Uhr öffnet.
An diesem Punkt wurde es so langsam auch schon ein wenig heller und wir bestaunten die märchenhafte Höllentalklamm. Und wenn ich märchenhaft sage, meine ich es auch so. Eine Schlucht mit engen Wegen, welche teilweise auch durch Höhlen führen und wo zeitweise ein kleiner Wasserfall über deinem Kopf hinweg in die Tiefe stürzt…das hat in meinen Augen ziemlich viel märchenhaften Charakter. Leider konnten wir nicht so wirklich gute Fotos machen, da es doch noch leicht am Dämmern war.

Höllentalklamm

Höllental

Pause in der Höllentalangerhütte

Nach der Höllentalklamm führte uns der Weg über gefestigte Wege bis zur Höllentalangerhütte. Dort angekommen machten wir eine einstündige Pause, aßen eine Suppe und dann ging es auch schon weiter. Durch ein kleines Waldartiges Stück und immer weiter ansteigendem Weg, kamen wir unserem Ziel, der Zugspitze, immer näher.

Höllentalangerhütte

Höllentalangerhütte

Höllental

Höllental

Höllental

Die Leiter und das Brett

Nach einer guten weiteren Stunde waren wir auch schon am ersten Highlight angekommen: der Leiter. Hierbei handelt es sich um eine senkrecht an einer Wand befestigten Leiter, welche wir hoch klettern mussten. Vor dieser legten wir unsere Kletterausrüstung an, um uns auch absichern zu können.

Höllental Leiter

Kurz danach kam auch schon das Brett. Auf dieses hatte ich mich am Meisten gefreut und war am Meisten enttäuscht. Denn laut den Bildern im Internet sah es doch sehr waghalsig aus, das Brett zu überqueren. Als wir dann aber selber dort ankamen, stellte ich fest, dass es einfach nur ein überqueren ist. Das Brett sind ein paar Eisenstifte, welche in der Wand befestigt sind. Auf den Bildern sieht das immer sehr steil und tief aus. Ich empfand es allerdings als eine schräg abfallende Wand, welche mithilfe der Eisenstifte überquert wird. Also es ist wirklich nicht so schlimm, wie es auf den Bildern aussieht.

Höllental

Höllental

Mittagspause vor dem „grünen Buckel“

Nach dem Brett machten wir kurz vor dem „grünen Buckel“ eine 1,5 stündige Pause. Der Weg bis hierhin hatte uns schon sehr zu schaffen gemacht und ziemlich viel Kondition erfordert. Anschließend ging es weiter über den Buckel und durch ein Geröllfeld bis zum Gletscher. Für diesen Weg brauchten wir 1 Stunde und 15 Minuten.

Höllental

Zugspitze Gletscher

Der Gletscher

Der Gletscher lag nun also vor uns. Der Part der Zugspitzenbesteigung, welcher mir vorab am meisten Angst eingeflößt hat. Denn so ein Gletscher birgt einige Gefahren. Unter anderem die eines Gletscherspaltensturzes. Da ein Gletscher ständig am „arbeiten“ ist, tun sich in diesem auch die sogenannten Spalten auf, welche auch mal mehrere Meter tief sein können. Laut zahlreichen Berichten gibt es immer wieder Vorfälle, wo Bergsteiger oder auch Skifahrer 20 – 30 Meter tief in eine Gletscherspalte stürzen. Das nur mal so am Rande erwähnt. Aus diesen Gründen hatte ich auch wahnsinnigen Respekt vor dem Gletscher und habe mich im Vorfeld ausgiebig mit den Themen Gletscher, Gletscherspalten und der Spaltenbergung beschäftigt.

Zugspitze Gletscher

Zuggspitze durch das Höllental

Zugspitze Gletscher

Mit Steigeisen über den Gletscher

Eine Vorsichtsmaßnahme, welche wir getroffen haben waren die Steigeisen. Und ich würde diese auch wirklich jedem empfehlen. Theoretisch hätten wir die nicht gebraucht. Durch die vielen Begehungen vor uns, konnten wir einer sehr guten Spur folgen. Aber dank der Steigeisen war es nicht so anstrengend. Denn wenn man über Schnee läuft muss man auch immer aufpassen, dass man nicht wegrutscht und das verhindern die Steigeisen sehr gut und bieten so nochmal besseren Halt und geben ein gutes Sicherheitsgefühl. Hier findest du bei Amazon eine Auswahl von Steigeisen. Wir hatten uns allerdings dazu entschieden, die Steigeisen auszuleihen. Das hat bei der Alpinschule in Garmisch-Partenkirchen pro Tag und pro Steigeisenpaar lediglich 9,00 € gekostet.

Zugspitze Gletscher

Wie unsere Tour weiter ging, erfährst du im zweiten Teil, welcher in den nächsten Tagen online kommt.

Liebe Grüße,

Julia

Auf die Zugspitze durch das Höllental – Teil I bis zum Gletscher

Ein Gedanke zu „Auf die Zugspitze durch das Höllental – Teil I bis zum Gletscher

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