Zugspitze Gipfelkreuz

Die Zugspitze – Deutschlands höchster Punkt – 2.962 Meter – fast drei Kilometer in die Höhe.
Ein Gigant in einem ganzen Meer von Bergen. So wunderschön und doch ein bisschen furchteinflössend.

Zugspitze

Seit Anfang diesen Jahres gab es auf meiner Bucketliste ein neues Ziel: einen Berg und genauer gesagt, die Zugspitze besteigen.
Wie ich überhaupt auf diese Idee kam, habe ich bereits in dem Artikel mit meinen Vorbereitungen zur Besteigung der Zugspitze erläutert.

Zugspitze

Und ich war vielleicht aufgeregt. Aber trotz allem hatte ich dieses Ziel vor Augen. Dieses Riesen-Große-Ziel, welches alle Bedenken beiseite schob. Und ich hatte jede Menge Bedenken.
Jedoch stand mein Entschluss fest und jeder der mich kennt weiß, dass ich sehr schwer und eigentlich gar nicht von einem Entschluss abzubringen bin, welchen ich gefasst habe.
Meine Brüder meinten aber trotzdem eine Wette gegen mich starten zu müssen.
Davon lies ich mich aber nicht beirren und startete am Morgen nach einem stärkenden Frühstück im Waldruh Hotel in Richtung Ehrwald.
Von dort startet die Route C über das Österreichisches Schneekar und den Stopselzieher.

Österreichisches Schneekar und Stopselzieher

Zugspitze

Zugspitze

Zugspitze

Der erste Teil der Route ist stark ansteigend und führt dich erst durch Wald- und Wiesen. Dieser Part war für mich irgendwie der Schlimmste. Du siehst diese stark ansteigende Wiese vor dir, weiter oben erweckt es den Anschein, als ob dort wieder eine gerade Fläche kommt. Du bist schon völligst aus der Puste, kommst oben an und musst feststellen, dass in ein paar Metern eine noch stärkere Steigung kommt.

Zugspitze Ehrwald

An dieser Stelle war ich schon fix und fertig und machte erst einmal eine kurze Pause mit einer wunderschönen Aussicht auf Ehrwald.
Als ich merkte, dass mein Atem sich wieder beruhigt und regelmäßiger wurde, raffte ich mich auf und machte mich auf den Weg um den nächsten stark ansteigenden Hügel zu bezwingen.

Zugspitze

Zugspitze

Hinter mir sah ich ein Ehepaar, welches bestimmt schon ein halbes Jahrhundert auf dieser Erde lebt, und war leicht neidisch, als diese einfach an mir vorbei zogen.
Während ich dort keuchend, japsend und nach Luft schnappend fast schon auf allen Vieren den Berg hochkroch, spazierten die beiden einfach so an mir vorbei.
Ich entschuldigte mich selber mit: „Die machen sowas bestimmt öfters.“ 😉

Faszination Berge

Nachdem ich auch diesen Hügel bis oben geschafft hatte, sah ich das erste Geröll und dachte schon, dass es jetzt richtig los geht.

Zugspitze

Irgendwie freute ich mich auf die steinigen Wege. Allerdings wurde es nicht einfacher, aber die Aussicht wurde schöner und die Bergspitzen kamen immer näher.
Dank der roten Wegmarkierungen ist es relativ einfach der Route zu folgen.

Zugspitze Wegmarkierungen

Zugspitze

So langsam wurde es immer steiler, aber zum Glück schlängelten sich die Wege mittlerweile Wippartig hin und her, wodurch der Weg, den du lang gehst zwar gerade ist, es aber auf der einen Seite steil bergauf und auf der anderen Seite steil bergab geht.
Hier und dort wachsen hübsche kleine Blumen zwischen den Steinen.

Zugspitze

Das hat mich besonders fasziniert: Während bei mir zu Hause grundsätzlich alle Pflanzen (und ich hatte auch schon mal einen Kaktus) eingehen, wachsen dort auf dem Berg Blumen, zwischen den Steinen.

Zugspitze Blumen

Klettersteige und die Wiener-Neustädter-Hütte

Auf der Höhe der alten Zugspitzbahn-Mittelstation bekommst du den Hinweis, dass gleich der Georg-Jäger-Steig, der erste Klettersteig, beginnt.

Alte Zugspitzbahn-Station

Zugspitze Georg Jäger Steig

Hier musst du allerdings ein bisschen aufpassen, dass du den nicht verpasst. Ich habe nämlich eine Wegmarkierung übersehen und bin erst mal ein kleines Stück weiter gegangen, bis ich an eine Stelle kam, wo es nicht mehr weiter ging und hab mich dann natürlich gewundert.

Zugspitze Ehrwald

Danach kommt dann auch schon der erste Pfad, welcher mit einem Sicherungsseil versehen ist.

Zugspitze besteigen

Zugspitze besteigen

Wiener-Neustädter-Hütte

Wiener-Neustädter-Hütte

Kurz vor der Wiener-Neustädter-Hütte kam mir das Ehepaar vom Anfang wieder entgegen und meinte nur, dass ich ohne Kletterset nicht weiter gehen kann.
Bei dem Gedanken daran, dass ich den Weg wieder zurück müsste wurde mir bisschen übel und ich sagte nur: „Bevor ich da runter gehe, krieche ich lieber den Berg hoch.“

Wiener-Neustädter-Hütte

Bei der Wiener-Neustädter-Hütte habe ich noch eine Pause gemacht und mich mit einer leckeren Suppe gestärkt.
Was ich total cool fand ist, dass es in der Wiener-Neustädter-Hütte ein Buch gibt, in welches du dich mit deinem Namen eintragen kannst.

Wiener-Neustädter-Hütte

Durch das Geröll und den Stopselzieher

Eine kurze Strecke durch ein Geröllfeld und du kommst zum zweiten Klettersteig, den Stopselzieher. Es wird empfohlen, diesen mit Kletterset zu erklimmen, ich hatte allerdings keines.

Zugspitze Stopselzieher

Zugspitze

Aber auf diesen Part hab ich mich die ganze Zeit gefreut.
Und dann ging es endlich richtig los. Nochmal alles auf den richtigen Sitz und verschlossene Taschen überprüft und mit der Hand am Sicherungsseil den Fuß auf dan ersten Trittbügel gesetzt.

Zugspitze Stopselzieher

Was ich allerdings wirklich empfehlen würde ist ein Helm. Dafür kannst du auch einen einfachen Fahrradhelm nehmen.
Denn sollte dich tatsächlich ein Steinschlag treffen, ist dein Kopf wenigstens geschützt.
Und so geht es in der Felsspalte steil auf den Trittbügeln in die Höhe.

Teilweise habe ich mich umgedreht und nur noch den Abgrund gesehen, also schnell wieder den Blick nach oben, auf das Ziel, gerichtet und weiter gemacht.

Zugspitze Stopselzieher

Zugspitze Stopselzieher

Zugspitze Stopselzieher

Zugspitze besteigen und über das Leben Philosophieren

Zugspitze

Während dem Besteigen der Zugspitze musste ich immer wieder feststellen, wie viel so eine Wanderung mit dem echten Leben gemeinsam hat. Wenn Schwierigkeiten kommen, muss man immer einfach weiter machen.

Ein Schritt nach dem anderen, ein Fuß vor den anderen setzen.

Während ich so über das Leben philosophierte und dabei die gewaltige Natur genoß, kamen die Bergspitzen immer näher.
Und plötzlich sah ich den ersten Schnee.

Zugspitze Schnee

Nach den ersten paar Schritten wünschte ich mir, dass ich Steigeisen hätte, es ging zwar mit meinen Schuhen, aber ich hätte mich sicherer mit Steigeisen gefühlt.

Nach dem Schneefeld dachte ich endlich oben zu sein, aber weit gefehlt.

Zugspitze Schnee

Zugspitze Gipfel

Gute 30 Minuten weiteres klettern und endlich sah ich die Station und … das Kreuz!
Das Gipfelkreuz!

Zugspitze Gipfelkreuz

Ein Gefühl von Glück, Stolz und Freude überkam mich.

Zugspitze Aussichtsplattform

Zugspitze Aussichtsplattform

Aber bevor es zum Kreuz ging musste ich mich erst einmal dort oben orientieren und ein bisschen was zur Stärkung im Münchner Haus essen.
Nachdem ich dann noch auf der Aussichtsplattform ein paar Fotos gemacht hatte ging es endlich in Richtung Gipfelkreuz.
Dorthin führt nochmals ein kurzer Klettersteig und schon bist du am höchsten Punkt Deutschlands

Zugspitze Gipfelkreuz

Zugspitze Gipfelkreuz

Atemberaubend! Wunderschön! Einzigartig! Gigantisch! Majestätisch!

Ich denke, diese Begriffe beschreiben meine Gedanken dort oben am besten. Ich war völligst überwältigt und genoß jede einzelne Sekunde und jeden Augenblick.
Noch schnell ein paar Fotos gemacht, bevor mein Smartphoneakku komplett leer war und dann ging es in Richtung Gondel, um mit dieser wieder ins Tal zu fahren.

Zugspitze Gondeltalfahrt

Es war ein Wahnsinns toller Tag, mit so vielen Eindrücken und verschiedenen Gefühlen.
Ach ja, die Wette haben meine Brüder, selbstverständlich, verloren. Mein Vater war mehr als nur stolz auf mich und meine Mutter sagte nur: „Ein Glück, dass ich da nicht hoch muss und du heile nach Hause gekommen bist.“

Für mich steht fest: es war meine erste Bergbesteigung, aber definitiv nicht meine letzte! 🙂
Was ich beim nächsten Mal allerdings anders machen würde ist, dass ich mir auf jeden Fall eine Isomatte und ein Akkuladepack mitnehmen würde.

Hast du auch schon mal einen Berg bestiegen? Magst du auch gerne Adrenalinkicks oder lieber nicht? Ich würde mich über dein Kommentar sehr freuen.

Liebe Grüße,

Julia

Zugspitze besteigen über das Österreichische Schneekar und den Stopselzieher

7 Gedanken zu „Zugspitze besteigen über das Österreichische Schneekar und den Stopselzieher

  • 10. Oktober 2016 um 13:29
    Permalink

    Oh, ich liebe ja Wälder und Berge wie verrückt! Und der Ausblick muss ja wahnsinnig beeindruckend gewesen sein! Allerdings würde ich mir das ja nicht zutrauen, dort hoch zu steigen – wahrscheinlich würde ich schon auf der Hälfte schlapp machen ^^.

    Liebst
    Sylvi

    Antworten
    • 10. Oktober 2016 um 23:34
      Permalink

      Liebe Sylvi,

      es war wirklich wunderschön. Und selbst jetzt beim Schreiben bekam ich immer wieder eine Gänsehaut.
      Ehrlich gesagt: ich war direkt schon nach ein paar Metern total k.o. 😀

      Liebe Grüße,
      Julia

      Antworten
  • 10. Oktober 2016 um 17:53
    Permalink

    hey, wow ich bin begeistert. ich bin ja ehrlich gesagt eher der flachländer und liebe das meer über alles. wobei ich die berge auf bildern, wie den deinen, immer sehr bewundere. auch mensche wie du, die es schaffen die berge zu erklimmen! dafür könnte ich wahrscheinlich kilometerweit am strand laufen :).
    danke für die tollen eindrücke!
    liebe grüße!

    Antworten
    • 10. Oktober 2016 um 23:39
      Permalink

      Liebe Jenny,

      bis Anfang diesen Jahres bedeutete „Urlaub machen“ für mich auch nur Strand, Meer und Sonne. 😉
      Jetzt will ich beides: im Sommer das Meer, im Frühherbst die Berge und im Winter…ja, da auch die Berge zum Snowboarden.
      Also am Strand laufen, da kann ich nicht mithalten. 😉 Dafür hast du auf jeden Fall meinen Respekt. 🙂

      Liebe Grüße,
      Julia

      Antworten
  • 18. Oktober 2016 um 16:42
    Permalink

    Wow, Respekt! Das war sicher kein leichter Ausflug. Aber wirklich ganz tolle Bilder, richtig schön die Landschaft! Ganz liebe Grüße

    Antworten
    • 18. Oktober 2016 um 21:13
      Permalink

      Liebe Olga,

      also leicht war das nicht. 😉
      Aber es war ein wahnsinns Erlebnis und ich bin schon wieder am Planen und überlegen, welcher Berg als nächstes dran kommt.
      Und ja, die Landschaft ist einfach atemberaubend. 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Julia 🙂

      Antworten
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