Walchensee

Eine Herausforderung? Immer her damit. Meine Liebe zu den Bergen wurde erst Anfang diesen Jahres geweckt. Warum ich bis dahin die Berge nicht mochte, ist mir heute unerklärlich.

Naja, manchmal benötigt man erst einmal den richtigen Menschen um einen herum, um die wirklich schönen und wichtigen Dinge im Leben wahr zu nehmen und zu lieben.

Ich will irgendwann mal die Zugspitze besteigen

Irgendwann fiel der Satz: „Ich will irgendwann mal die Zugspitze besteigen.“ Mein Gedanke war nur, was denn daran so tolles sein soll, einen Berg hoch zu klettern. Es macht doch viel mehr Spaß an einer Kletterwand „richtig“ zu klettern. Gesagt habe ich dann nur, das man das ja mal (irgendwann mal…, vielleicht…) machen könnte. Und im Mai kam dann irgendwie alles anders. Aufgrund persönlicher Umstände (hier habe ich darüber berichtet) spukte dieser Satz „Ich will irgendwann mal die Zugspitze besteigen“ in meinem Kopf umher.
So langsam fand ich Gefallen an dem Gedanken, einen Berg zu besteigen. Irgendwie reizte es mich.
Der höchste Punkt Deutschlands.
Also schaute ich mir Bilder von der Zugspitze an. Bei Instagram bedeutet das ja nur ein Wort eintippen und schon bekommst du jede Menge Fotos davon angezeigt. Und die Bilder beeindruckten mich noch mehr. Was für eine Aussicht das war. Einfach nur Traumhaft schön.

Und da stand für mich fest: das will ich, da will ich hoch und das mache ich.

Egal mit wem, egal wie, aber ich gehe da hoch.
Leider, oder zum Glück ist es bei mir so, dass wenn ich mir was in den Kopf setze, ich das auch durchziehe.

Mentale Vorbereitung

Was ich grundsätzlich immer mache ist, mich vorher (egal um was es dabei geht) mit allen möglichen Eventualitäten psychisch auseinander zu setzen. In diesem Fall bedeutete es, dass ich mir wirklich Gedanken um alles mögliche gemacht habe.
Das sah dann in meinem Kopf in etwa so aus: „Was ist, wenn etwas passiert? Ich könnte abstürzen, mich verletzen. Ich könnte mich verlaufen. Was ist, wenn ein Gewitter aufzieht? In den Bergen ist so etwas nicht grad ungefährlich. Was ist, wenn du nicht mehr weiter kommst? Drehst du dann einfach um?“
In meinem Kopf spielte ich wirklich jedes mir erdenkliche Szenario durch.
Diese Taktik hat mir bis jetzt bei jeder Herausforderung geholfen, einfach weiter zu machen. Die meisten Bedenken konnte ich aber mit gewissen Vorkehrungen irgendwie ausblenden und bei den Bedenken, bei denen das nicht so einfach war… ja, da habe ich mir (mehr oder weniger) einfach gedacht: Dann ist das halt so. Das hört sich ziemlich hart an, aber es entspricht nun mal der Wahrheit.

Versteh mich nicht falsch. Ich finde es sehr wichtig, dass man alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen trifft und vor allem auch, dass man nicht einfach so und blauäugig eine Entscheidung trifft. Oder einfach mal los geht um einen Berg zu besteigen.
Aber alles was darüber hinaus geschieht, kann ich sowieso nicht beeinflussen, also warum sollte ich mir darüber einen Kopf zerbrechen?

Route auswählen

Walchensee Herzogstandbahn

Laut Berichten sind August und September die Besten Monate, um auf die Alpen-Berge hoch zu gehen. Egal, ob du mit der Gondel hoch fährst oder hoch gehst. Denn in diesen beiden Monaten ist das Wetter in den Bergen am Beständigsten. Und als ich am Walchensee mit der Gondel auf 1.600 Meter hoch gefahren bin, durfte ich diese Erfahrung auch schon machen: gerade war noch strahlendster Sonnenschein und 10 Minuten später schüttet es wie aus Eimern und das schlimmste Gewitter zieht auf.
Also traf es sich ganz gut, dass in der letzten Septemberwoche auch die Klassenfahrt meiner Tochter an stand. Und so legte ich mir diese Woche fest, um dieses Ziel auf meiner Bucketliste zu erreichen.
Ich erkundigte mich immer mehr über die Besteigungsmöglichkeiten der Zugspitze und fand heraus, dass es 5 Routen gibt, um auf die Zugspitze zu gelangen. Diese werden mit A-E betitelt.
Nachdem ich mich mit den Routen vertraut gemacht hatte, stand für mich fest: ich nehme die Route C, das Österreichische Schneekar. D (Höllental) und E (Jubiläumsgrat) flößten mir doch etwas zu viel Angst ein. Da du bei diesen Wegen absolute Schwindelfreiheit und Klettererfahrungen haben musst. A (Partnachklamm und das Reintal) und B (Gatterl-Tour) schienen mir dagegen aber etwas zu einfach und zu langweilig. Ich wollte immerhin eine Herausforderung haben. Und die bekam ich auch!

Die Ausrüstung

Zugspitze besteigen

Aber machen wir erst einmal weiter mit den Vorbereitungen.
Nachdem ich mir eine Route ausgesucht hatte, erkundigte ich mich, was ich denn an Ausrüstung benötige.
Empfohlen wird eine Kletterausrüstung. Allerdings ist es nur eine Empfehlung. Beim Höllental oder dem Jubiläumsgrat hingegen, ist eine Kletterausrüstung Pflicht. Also Schlussfolgerte ich daraus, dass ich keine Kletterausrüstung benötige.
Denn diese kostet nochmal ein bisschen was und ich wollte jetzt nicht so viel Geld ausgeben.
Einige Male durfte ich mir anhören, dass ich in der Hinsicht an der falschen Stelle spare.
Auch was die Schuhe angeht. Mir wurde sehr warm ans Herz gelegt, mir unbedingt vernünftige Schuhe zuzulegen. Diesem Rat bin ich dann teilweise gefolgt, ich habe mir jetzt nicht die Besten ausgesucht, aber welche aus dem besseren Mittelfeld. Diese Entscheidung hatte einfach den Hintergrund, dass ich nicht sofort so viel Geld ausgeben wollte, weil ich ja noch nicht mal wusste, ob mir das Bergbesteigen Spaß machen würde.
Zusätzlich legte ich mir noch eine Wanderhose zu.
Was ich sonst noch anzog war, meine Skiunterwäsche, Wandersocken, eine Fleece- und Skijacke. Die Skijacke musste ich allerdings immer mal wieder aus- und wieder anziehen. Insbesondere wenn die Sonne durch die Wolken durchbricht, dann wird es sehr warm beim Klettern. Wenn diese sich allerdings wieder hinter den Wolken versteckt, dafür umso kühler.
Ganz wichtig ist auch noch eine Mütze. Ich hatte noch Handschuhe mit, welche ich aber während dem Klettern nicht anzog, da ich ohne diese einen besseren Halt hatte. Ein Schlauchschal ist auch sehr zu empfehlen.
Und du benötigst einen möglichst großen Rucksack. Ich hatte mir jetzt einen 30 l Rucksack geliehen und der ist für eine Person völligst ausreichend. Für zwei aber definitiv zu klein.

Essen nicht vergessen

Ausserdem solltest du unbedingt noch daran denken, dir genügend Essen und Trinken einzupacken. Am Besten Wasser und möglichst viel Energiehaltiges Essen.
Das Personal im Hotel (wo ich übernachtet hatte) war so nett und hatte auf meinen Wunsch hin, Brötchen geschmiert und eingepackt. Zusätzlich hatte ich noch einzeln verpacktes Knäckebrot. Sehr gut eignen sich auch noch Nüsse, Studentenfutter oder Schokoriegel. Für das Wasser würde ich dir raten eine Trinkflasche mitzunehmen. Wenn du diese befüllst und seitlich in deinen Rucksack steckst, ist es einfacher, unterwegs einmal nach hinten zu greifen, anstatt den ganzen Rucksack abzusetzen, die Flasche raus zu holen, zu trinken und wieder aufzusetzen.

In meinem nächsten Artikel werde ich dir von meiner Zugspitzenbesteigung berichten. Diese war nicht ganz ohne. Aber auch von den anderen Unternehmungen welche ich im Süden von Deutschland erlebt habe.

Hast du auch ein besonderes Ziel, welches du unbedingt erreichen möchtest? Oder hast du bereits ein großes Ziel erreicht, auf welches du sehr stolz bist? Ich freue mich auf deine Kommentare und Nachrichten.

Liebe Grüße,

Julia

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Die Zugspitze besteigen – Meine Vorbereitungen

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