Höllental

Die Zugspitze. Der höchste Punkt Deutschlands. Und diesen habe ich zum zweiten Mal bestiegen. Was mich dort erwartet hat und wie ich die Tour fand, erfährst du im heutigen Blogpost.

Zugspitze Gletscher

Im ersten Teil unserer Zugspitzbesteigung hast du erfahren, wie das Höllental bis zum Gletscher aussieht. Und der heutige Artikel beschreibt das Höllental bis zum Gletscher.
Weiter geht es mit dem Klettersteig.

Zuggspitze durch das Höllental

Der Klettersteig des Höllental

Für die Gletscherüberquerung brauchten wir 1 Stunde und dann kam auch schon der spannendste Teil: der Klettersteig.
Der Einstieg in den Klettersteig gab schon mal einen Vorgeschmack auf das, was uns noch erwartet. Lediglich ein Seil war dort an einer fast glatten und fast senkrechten Wand diagonal befestigt. Auf maximal 1-2 cm schmalen Felsvorsprüngen versuchten wir auf unseren Zehenspitzen halt zu bekommen. Mein Freund kletterte vor mir her und half mir dann ein Stück weit hoch. An diesem Punkt war ich bereits sehr froh, dass ich die letzten Wochen vor unserer Besteigung mit einem intensiveren Oberkörpertraining begonnen hatte. Denn hier musste ich die meiste Kraft aus meinen Armen ziehen und die waren bis vor kurzem meine unbeliebteste Stelle beim Training. Aber auch im weiteren Verlauf des Klettersteiges war ich auf meine Armeskraft angewiesen. Dort gab es teilweise Stellen, welche nicht gesichert waren und wo wir lediglich anhand der Markierungen den Weg suchen mussten. Das war teilweise echt grenzwertig, da ein falscher Tritt gereicht hätte um ein paar Meter in die Tiefe zu stürzen. Aber schnell weg von diesen furchteinflößenden Gedanken, hin zu den schönen Seiten des Klettersteiges. Denn hier hatten wir einen atemberaubenden Blick auf das hinter uns liegende Höllental. Es war einfach traumhaft schön. Knapp hinter uns der Gletscher und dahinter Geröllfeld, der grüne Buckel und der Weg von der Höllentalangerhütte aufwärts. Dieser Kontrast – einfach grandios.
Und weiter oben wartet das Gipfelkreuz auf uns.

Zugspitze Höllental Klettersteig

Die letzten Meter bis zum Gipfelkreuz

Nach guten 3 Stunden lagen die letzten Meter vor uns und ich war völligst am Ende meiner Kräfte angelangt. Ich setzte einfach nur noch einen Fuß vor den anderen und alles um mich herum schien wie in Trance. Dazu kam noch, dass die letzten Meter des Klettersteiges teils vom Schnee bedeckt waren. Das erschwerte es nochmals ein wenig. Ich war da auch schon zu kaputt um noch die Steigeisen raus zu kramen und diese anzuziehen, obwohl die es mir wahrscheinlich ein wenig vereinfacht hätten. Mein Freund war immer ein paar Meter vor mir und mir blieb nichts übrig, als weiter zu gehen. Kurz vor dem Kreuz klemmte ich mir dann auch noch meinen Finger zwischen dem Sicherungsseil und einem darunter liegenden Stein ein. Und dann war es aber auch schon geschafft. Das Kreuz war direkt vor uns.
Wir hechteten dort hin und machten noch schnell ein paar Fotos, denn das muss doch wohl wirklich sein.

Zugspitze Höllental Klettersteig

Eine Nacht auf dem höchsten Punkt Deutschlands

Als wir bei der Seilbahn ankamen, stellten wir geschockt fest, dass diese die letzte Fahrt bereits vor zwei Stunden hatte. Somit blieb uns nicht anderes übrig, als uns einen Platzt im Schlaflager zu sichern. Dieses Schlaflager ist ein relativ kleines Zimmer, mit zwei Stockbetten drin, auf welchem auf jeder Etage drei Personen schlafen können. Nicht gerade luxuriös und mit 28,00 € pro Nacht pro Person auch ein wenig überteuert, aber in der Not blieb uns nichts anderes übrig, als diese Summe zu bezahlen. Die Nacht war alles andere als erholsam. Wir schliefen kaum, da ständig immer irgendjemand rein oder raus ging. Aber wenigstens hatten wir es warm und wir hatten das Glück, dass wir eine komplette Etage des Stockbettes für uns alleine hatten. Somit konnten wir uns wenigstens in aller Ruhe ausbreiten. Denn zuvor stand es zur Debatte, dass wir zu dritt (mit einer wildfremden Person) auf vielleicht mal 1,40 Meter schlafen sollten.

Zugspitze Höllental Gipfel

Der Tag danach

Am nächsten Tag machten wir uns fertig und beeilten uns, die Bahn ins Tal rechtzeitig zu bekommen. Wir waren heilfroh, als wir endlich wieder am Parkplatz ankamen und in unsere Wohnung fahren konnten. Dort entspannten wir uns den gesamten Sonntag und machten gar nichts mehr. Von dem anstrengenden Aufstieg taten meine Knie mehr als nur weh und ich konnte kaum noch gehen. Aber die Erinnerung an dieses Erlebnis wird bleiben.

Zugspitze Höllental Gipfelkreuz

Mein Fazit

Gut dass wir am Samstag hoch gegangen sind. Denn als wir am Sonntag in aller Frühe wach wurden schneite es und bei Neuschnee ist es noch mal schwerer die Route zu bewältigen.
Und wir hatten am Samstag einfach nur bombastisches Wetter. Dafür sind wir wirklich sowas von dankbar!
Ausserdem möchte ich nochmal ganz dringend darauf hinweisen, dass das Höllental nicht für Anfänger geeignet ist. Zahlreiche Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten und unterschätzen den Schwierigkeitsgrad des Höllentales. Wir sind auch keine Profis, aber wir haben schon ein wenig Erfahrung gesammelt und trotzdem haben wir das Höllental total unterschätzt. Die lange, stetige Steigung ist wirklich sehr anstrengend und verlangt viel Kondition. Und dann noch der Gletscher und der Klettersteig zum Schluss…das sollte wirklich gut überlegt sein und man selber sollte auch gut trainiert sein.
Wir werden die Zugspitze auf jeden Fall noch einmal durch das Höllental besteigen und dann eventuell eine Nacht in der Höllentalangerhütte verbringen, um dann am nächsten Tag gestärkt und ausgeruht den Rest des Weges hinter uns zu bringen.

Ich habe dir hier nochmal einen Zeitablauf zusammengestellt mit unseren Zeiten:
06:00 Uhr gestartet
07:00 Uhr Höllentalklamm
08:15 Uhr Höllentalangerhütte + Pause
09:15 Uhr weiter Richtung Gletscher
10:25 Uhr Leiter und anschließend Brett
11:45 Uhr Pause
13:15 Uhr weiter Richtung Gletscher
13:30 Uhr grüner Buckel
14:30 Uhr Gletscher
15:30 Uhr Klettersteig
18:23 Uhr Ankunft Zugspitzkreuz

Falls du schon mal die Zugspitze durch das Höllental bestiegen hast würde ich mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren teilst. Und falls du es vorhast oder allgemein Fragen hast, kannst du diese auch gerne in den Kommentaren stellen.

Liebe Grüße,

Julia

Auf die Zugspitze durch das Höllental – Teil II ab dem Klettersteig

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